Was regionale Politiker zur SPD-Landeschefin zu sagen haben
Die SPD-Politiker in der Region stärken Ute Vogt den Rücken. Auch der Hohenloher SPD-Landtagsabgeordnete Nik Sakellariou begrüßt die Bestätigung Vogts als Landeschefin, fordert nun aber den nächsten
Schritt. Die Partei solle einen beliebten Politiker wie Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) als Spitzenkandidat
für die nächste Landtagswahl im Jahr 2010 gewinnen.
„Dann würden wir stimmungsmäßig nach oben schießen“, glaubt Sakellariou.
Nach den „Querelen im Vorfeld“ ist Werner Müller, SPD-Kreisvorsitzender im Hohenlohekreis, mit den 77,4 Prozent für Ute Vogt zufrieden. „Ich stehe positiv zu ihr und es gibt auch keine Alternative.“ Müller wünscht sich nun einen Neuanfang ohne interne
Grabenkämpfe.
Harte Kritik an den Vogt-Kritikern übt Horkheims SPD-Vorsitzender
Christian Eheim. Viele der Heckenschützen aus dem „Sommertheater“
hätten sich jetzt nicht ans Rednerpult getraut. „Das sind Weicheier“, sagte der frühere Juso-Kreisvorsitzende am Samstag. Eheim hat Ute Vogt gewählt. „Sie ist ohne Alternative.“ Für ihn
geht Vogt „gestärkt“ aus dem Parteitag hervor. Die 77,4 Prozent seien „ein ehrliches, ordentliches Ergebnis“.
Die Tendenz pro Ute Vogt hatte Heilbronns stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Tanja Sagasser schon vor der Wahl. Nach der kämpferischen und glaubwürdigen Rede setzte sie endgültig ein Kreuz hinter Vogts Namen. „Ich habe den Eindruck, dass sie sich die Kritik zu Herzen nimmt.“ Als „kurzes Gewitter“ stuft Sagasser die Querelen ein. Jetzt glaubt die Heilbronner SPD-Politikerin, dass „die meisten konstruktiv zusammenarbeiten“ werden.
Wie er abgestimmt hat, will Ingo Rust, Landtagsabgeordneter aus Abstatt, auf Nachfrage nicht verraten. „77 Prozent sind ein ehrliches Ergebnis, mit dem Ute Vogt gut weiterarbeiten kann. Es gibt viel in der badenwürttembergischen SPD zu verbessern,
und das wird sie in den nächsten beiden Jahren tun.“
„Ich habe Frau Vogt unterstützt“, sagt Josip Juratovic, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Heilbronn. „Wenn man die negative Diskussion in den Medien berücksichtigt, kann man mit den 77 Prozent zufrieden sein. Jetzt wissen die Zweifler, woran sie sind.“ Die Parteivorsitzende habe klare Worte gesprochen.
„Hoffentlich halten sich nun alle daran,damit wir endlich mit unserer inhaltlichen Arbeit beginnen können.“
Nicht abstimmen durfte Reinhold Gall. Der Landtagsabgeordnete des
Wahlkreises Neckarsulm spricht von einem „akzeptablen“ Ergebnis. Damit sei deutlich, dass Vogt „bei allen anstehenden inhaltlichen und personellen Diskussionen die Federführung hat“.
„Jetzt müssen wir endlich zeigen, dass die SPD die richtigen Ideen hat. Wir sind der Ideengeber für die Zukunftslösungen im Land.“
Auch Rudolf Luzdurfte nicht abstimmen. „Aber wenn, dann hätte ich
Ute gewählt“, sagt der Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn/Neckarsulm. „Man kann nur jemand anders wählen, wenn man eine Alternative hat. Allerdings müssen wir dafür sorgen, dass sich die SPD für kommende Wahlen personell breiter aufstellt.“
Ob nun Ruhe in der Landes-SPD einkehrt? Rudolf Luz ist durchaus optimistisch.
has/kth/cf
(Heilbronner Stimme, 24.09.2007)