"Es ist dringend erforderlich, eine langfristige Entwicklung des Neckars auf seiner gesamten Länge anzustreben und die Ziele in ein Landesprogramm umzusetzen". Ulrich Frey, Architekt und ehemaliger Heilbronner Baubürgermeister, sprach in der vergangenen Woche im Bürgerhaus Böckingen vor den zahlreich erschienenen Zuhörern zu dem Thema: „Auf dem Weg zum Landschaftspark Neckar im Heilbronner Land – eine Chance für Böckingen“. Frey ist Mitglied des Arbeitskreises Neckar in der Metropolregion Stuttgart und hatte den Auftrag, ein Zielkonzept Neckar mit Handlungsfeldern für die Entwicklung des Neckars von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein zu erarbeiten.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung von einem Kurzreferat der Böckinger SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Gisela Schäfer-Rohrbach, die einen Überblick auf die geschichtliche Entwicklung des Neckars gab und darstellte, dass der Neckar in der Vergangenheit mehr trennendes als bindendes Glied zwischen Heilbronn und Böckingen war. Dies gelte es, in der Zukunft zu ändern, so Schäfer-Rohrbach.
Frey ging in seinem Vortrag zunächst auf das Zielkonzept für die Entwicklung entlang des gesamten Neckars ein. Dazu zählen Themen wie Hochwasserschutz mit Schleusenausbau ebenso wie der Naturschutz, die Renaturierung und der Tourismus. Speziell für Böckingen gibt es nach seiner Einschätzung ebenfalls zahlreiche Handlungsfelder, die auch im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 2019 zu sehen sind. Zu nennen sind insbesondere ein Ausbau der Verbindungen zwischen den vorhandenen Freiflächen von der Schanz, über das Längelter, den Ziegeleipark bis hin zum Weingartspfädle und die Böckinger Wiesen. All diese Freiflächen sollten langfristig über Geh- und Radwege hin zum Neckar miteinander vernetzt werden, um die Trennung zwischen Ortslage und Neckartal zu überwinden. Eine besondere Bedeutung muss dabei den Planungen rund um den Sonnenbrunnen auf den ehemaligen Bahnflächen zukommen, so Ulrich Frey. „Es wäre schlecht, die dort vorhandenen Potentiale ohne Berücksichtigung der Landschaftsbezüge für die nächsten 100 Jahre zu verplanen. Diese Entscheidung für die Zukunft muss wohl bedacht sein, eine Planung ohne Berücksichtigung der Wegebeziehungen zum Neckar wäre unklug.“
Die SPD-Gemeinderäte Markus Scheffler, Harald Pfeifer und Herbert Tabler sicherten den Anwesenden zu, sich dafür einzusetzen, dass bei den Planungen für den Sonnenbrunnen auch solche zukunftsträchtigen Überlegungen berücksichtigt werden.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung entwickelt sich eine angeregte Diskussion unter Beteiligung der zahlreich Anwesenden, die von der Ortsvereinsvorsitzenden mit der Übergabe eines Geschenkkorbs an Ulrich Frey schließlich beendet wurde.