Erhard Jöst zur Mülleinlagerung im Heilbronner Salzbergwerk

Veröffentlicht am 22.03.2011 in Allgemein

Seit 1985 werden die Stollen des Salzberwerks zwischen Heilbronn und
Kochendorf systematisch zu einer der größten Sondermülldeponien in
Europa ausgebaut. Immer wieder lieferten Vorfälle Grund für Ärger und
Besorgnis. Denn von Anfang an wurden quecksilberhaltige Salzrückstände
und calciumchlorierte toxische Abfallstoffe sowie Rückstände aus
Müllverbrennungsanlagen und Filterstäube aus Rauchwaschanlagen
eingelagert, die oberirdisch nicht gelagert werden können, andererseits
aber bei unterirdischer Lagerung keinesfalls mit Wasser in Berührung
kommen dürfen. Denn in einem solchen Fall können sich Giftstoffe bilden,
durch die der Wasserkreislauf bedroht wäre.

Kaum hatte der damalige Bergwerksdirektor Dr. Wilhelm Wegener 1989 die eingelagerten Stoffe als "harmloses Material" deklariert, dessen Einlagerung gefahrlos sei, zumal Wassereinbrüche im Salzbergwerk ausgeschlossen werden könnten, kam es zu einem solchen Einbruch, dem weitere folgten. Circa 60 Liter Wasser flossen damals stündlich in die Stollen, und eine Spezialfirma konnte nur mit großer Mühe und mit hohem Kostenaufwand die Risse abdichten.

Der damalige Oberbürgermeister Dr. Manfred Weinmann nannte die Tropfstelle "einen bedauerlichen Zwischenfall" und die "Hysterie" fehl am Platze, da es ja genüge, das Wasser aufzufangen "mit ein paar Eimern, die man drunter stellen muss". Bezeichnenderweise lehnte es die Bergwerksleitung seinerzeit ab, einem Journalisten der HSt die Tropfstelle zu zeigen.

Aber Geheimhaltung hat bei der Direktion der Salzbergwerke Tradition.
Ihre permanente "Geheimniskrämerei" wurde sogar schon von der
CDU-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat moniert (vgl. HSt. vom
26.1.1989). Auch SWS-Vorstandschef Ekkehard Schneider war nie daran
interessiert die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, welche Stoffe in
den Stollen entsorgt werden. Wenn er nun auf Vorhaltung des Bundes für
Umweltschutz zugeben muss, dass momentan auch radioaktiver Müll
eingelagert wird, dann zeigt dies doch, dass er mit dem Rücken zur Wand
steht.

Wie immer in solchen Fällen wird versucht zu beschwichtigen: Die
Stoffe seien gefahrlos, weil sie Radioaktiviät nur in "minimalsten
Dosen" enthalten. Fakt ist aber doch, dass nach einer Verlautbarung des
Umweltministeriums aus dem Jahr 1989 die Einlagerung von radioaktivem
Müll völlig ausgeschlossen wurde. Jedenfalls ist es gut und notwendig,
dass Stadtrat Hasso Ehinger von der Linkspartei in Zusammenarbeit mit
dem BUND diese Besorgnis erregenden Vorgänge aufgedeckt hat, über die sich die Menschen aufregen müssen. Es ist bezeichnend, dass sich OB
Helmut Himmelsbach nicht über die Einlagerung des radioaktiven Mülls
aufregt, sondern über Aufdeckung dieser Praxis.

 

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