SPD Heilbronn

 

Selbsthilfe und Solidarität

Veröffentlicht in Arbeitsgemeinschaften

Auf 125 Jahre sozialer Arbeit kann der Arbeiter-Samariterbund (ASB) zurückblicken.  Harald Friese, der frühere Sozialdezernent der Stadt Heilbronn und heutige Vorsitzende des ASB-Regionalverbands Heilbronn/Franken berichtete bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60-plus über Geschichte und Gegenwart des ASB, der seit 1970 auch in Heilbronn wieder aktiv ist.  Der Regionalverband ist mit rd. 19.000 Mitglieder der größte im Land;  er betreibt 14 Pflegeheime und hat einen weiteren Schwerpunkt im Krankentransport. 

Anstoß zur Gründung des ASB war die Idee der Selbsthilfe in der damals gesellschaftlich ausgegrenzten Arbeiterbewegung.  In der zweiten Hälfte des 19. Jhd. gab es weder einen Sanitätsdienst in den Betrieben noch im öffentlichen Bereich.  Das Rote Kreuz konzentrierte sich ausschließlich auf den Sanitätsdienst in Kriegszeiten.  „Keine Ausbildung für den Kriegsfall“ setzte der ASB dem entgegen.  Die Vision der ersten Arbeiter-Samariter war die solidarische und gerechte Gesellschaft.

In den zwanziger Jahren des letzten Jhd. entwickelte sich der ASB zu einem breit aufgestellten Wohlfahrtsverband;  er wurde 1933 von den Nazis zerschlagen.  Auch heute steht das Ehrenamt im Vordergrund, doch im Bereich der Pflege steigt die Zahl der hauptamtlichen Kräfte.  Friese berichtete über neue Ansätze zur Öffnung der Heimen, etwa durch die Kombination mit Kindergärten.  Als ein besonderes Projekt beschrieb Friese die Kindertagesstätte Kunterbunt, die der ASB zusammen mit einem Förderverein, der IHK Heilbronn und mehreren Firmen der Region entwickelt hat und das 2010 von der Bertelsmann-Stiftung ausgezeichnet wurde.

 

 

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